Telemann hat seine reguläre Kirchenmusik in Jahrgängen konzipiert, in denen sich das jeweilige Werk im Verlauf des Kirchenjahres als Reihe aus den Kompositionen für jeden Sonn- und Festtag formt.
Einer dieser Werkreihen, dem Stolbergischen Jahrgang 1736/37, widmete sich eine interdisziplinäre wissenschaftliche Konferenz, die im Herbst 2023 im Gleimhaus Halberstadt stattgefunden hat. Mit dem vorliegenden Konferenzband werden nun die Erträge dieser Tagung vorgelegt. Der Jahrgang und seine Kontexte wurden aus historischer, musik- und literaturwissenschaftlicher sowie theologischer Perspektive beleuchtet. Ergänzt werden die neuen Forschungen durch wichtige, früher entstandene Beiträge zum Stolbergischen Jahrgang und zur Musikpflege in Stolberg-Roßla. Im Ergebnis entsteht ein deutlicher konturiertes Bild dieses in vieler Hinsicht besonderen Werkes. Telemann komponierte den Jahrgang für den Grafen Jost Christian zu Stolberg-Roßla, unter dessen Ägide sich die kleine Residenz Roßla zu einem, in der Telemannforschung bislang kaum bekannten, herausragenden Ort der Telemannpflege des 18. Jahrhunderts entwickelte, die im Stolbergischen Jahrgang gipfelt.