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ortus organum
om195 / Band 6
Daniel Magnus Gronau (gest. 1747)
Choralvariationen für Orgel
Gesamtausgabe
für Orgel
Herausgegeben von Martin Rost und Krzysztof Urbaniak
Erscheint am 18. April 2015.
 
om195
ISMN 979-0-502340-37-7
2 Bände, Broschur, XLIX + Seite 1-198 (Band 1), IV + Seite 199-439 (Band 2)
inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten 98,00 EUR

Im Zuge ihrer langjährigen Forschungen zum Orgelbau und zur Orgelmusik des alten Danzig gelang den beiden Organisten Martin Rost und Krzysztof Urbaniak im Oktober 2012 eine sensationelle Entdeckung: In den Beständen der Newberry Library, Chicaco (USA) fanden sie einen 1981 hergestellten Mikrofilm des seit 1945 verschollenen, ehemals im Besitz der Danziger Johanniskirche gewesenen, umfangreichen Notenbandes mit Choralvariationen von Daniel Magnus Gronau (um 1700-1747).  
Die enorme musikwissenschaftliche Bedeutung des Manuskriptes, das 1909 von Hermann Rauschning im Archiv von St. Johannis in Danzig aufgefunden worden war, hatte in den 1920er Jahren bereits der Danziger Organist und Musikwissenschaftler Gotthold Frotscher erkannt. Frotscher hat sechs der Choralzyklen handschriftlich kopiert und sich in zwei Veröffentlichungen mit den detaillierten Registrieranweisungen, die Gronau seinen Stücken beigab, beschäftigt und diese in Auswahl mitgeteilt. 
Zu einer systematischen Auswertung der Quelle ist es indes infolge der Wirren des Zweiten Weltkrieges und der Annahme, das wertvolle Manuskript sei 1945 untergegangen, nicht mehr gekommen. Bekannt waren bis Herbst 2012 folglich nur die sechs von Frotscher abgeschriebenen Zyklen und einige von ihm mitgeteilte Registrierungen. Der aufgefundene Mikrofilm beweist, dass zumindest bei seiner Herstellung 1981 der originale Band Gronaus, dessen Verbleib derzeit unbekannt ist, noch vorhanden war. Er gestattet nun eine Neubewertung des Komponisten Gronau, und bereichert das norddeutsche Orgelrepertoire der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts um die umfangreichste Sammlung von Orgelchoralbearbeitungen, die aus jener Epoche überhaupt überliefert ist. Die Registrieranweisungen wiederum sind eine unverzichtbare Quelle für die Aufführungspraxis der deutschen Orgelmusik des 18. Jahrhunderts. Wir sind der Ansicht, dass das aufmerksame Studium der Gronauschen Registrierungen viele Anregungen gibt, manch ausgetretene Pfade zu verlassen und weitverbreitete Dogmen bei der Zusammenstellung geeigneter Registerverbindungen zu überdenken.

Stralsund und Łodz, im September 2014

Martin Rost               Krzysztof Urbaniak

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