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Das erhaltene kompositorische Werk des Philipp Dulichius (* Chemnitz
1562, Stettin 1631), besteht aus Motetten zu fünf, sechs,
sieben und acht Stimmen, die zwischen 1588 und 1630 in 14 gedruckten
Sammlungen erschienen oder in Abschriften verbreitet wurden. Nachdem
1907, 1911 und 2000 vier Bände mit insgesamt 130 Motetten von Dulichius
erschienen sind, ist mehr als die Hälfte seines Gesamtwerkes nach
unterschiedlichen Standards wissenschaftlich dokumentiert. Darum liegt
es nahe, die übrigen 102 vollständig überlieferten Motetten
in vergleichbarer Weise zu veröffentlichen, da eine Gesamtausgabe
im herkömmlichen Sinne in absehbarer Zeit nicht realisierbar ist.
Hierfür sind vier Bände vorgesehen.
Der vorliegende Band enthält die von 1588 bis 1593 in kleineren
Ausgaben gedruckten Motetten und die einzige ausschließlich handschriftlich
überlieferte Motette (Ratsschulbibliothek Zwickau).
Durch die späteren Drucken beigegebene liturgische Zuordnung von
Parallelvertonungen oder Texten aus vergleichbaren Zusammenhängen
ist es möglich, allen Motetten des Bandes Positionen im Kirchenjahr
zuzuweisen. Die Texte entstammen mehrheitlich dem Psalter, dem Buch
der Sprüche oder den Evangelien.
Über die musikalische Ausbildung Philipp Dulichius ist kaum
etwas bekannt. Er besuchte die Universitäten Leipzig und Wittenberg.
1587 trat er seine Lebensstellung als Kantor am Fürstlichen Pädagogium
in Stettin an, wo er altsprachlichen Unterricht zu geben und für
die musikalische Ausbildung der Schüler zu sorgen hatte. Außerdem
war Dulichius für die Musikpflege am Hof der Pommernherzöge
und in der Stettiner Marienkirche zuständig. 1604 bewarb er sich
um die Nachfolge von N. Zangius in Danzig.
Philipp Dulichius tritt in seinen Motetten als konservativer Meister
entgegen, der den neuen, durch Claudio Monteverdi vertretenen Anregungen
weniger offenstand als viele Zeitgenossen. Stattdessen pflegte er den
kontrapunktisch geprägten Stil Orlando di Lassos.
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