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Musikalische
Weihnachtsstimmung verströmt die Kantate zum 2. Weihnachtsfeiertag
Verfolge mich, o Welt! kaum. Denn nicht von der Freude über die
Geburt des Gottessohnes ist die Rede, sondern thematisiert wird
am Gedenktag des gesteinigten Stephanus (26. Dezember) das standhafte
Bekenntnis des Erzmärtyrers zu Christus, sein Leiden und seine
Sehnsucht nach Erlösung im Tod. Vielfältige musikalische Akzente
setzt Gebel in dieser großdimensionierten Stephanus-Kantate:
Sie reichen im Teil Vor der Predigt vom trotzig-mutigen
Diktum Ich fürchte mich nicht vor viel Hunderttausenden
(Psalm 3,47) über die von dynamischen Kontrasten und Taktwechseln
durchzogene Bass-Arie Wie selig ist der Stand bis hin zur
Arie des Tenors Unter meines Jesu Schutz, in der viele mutige
Oktavsprünge Stephanus Gottvertrauen versinnbildlichen.
Im Teil Nach der Predigt ist es Stephanus (verkörpert
vom Alt), der im Diktum betet: Herr Jesu, nimm meinen Geist auf
(Apostelgeschichte 7,58), worauf con spirito der Tenor mit
dem dramatischen Einwurf reagiert: Immerhin, immerhin! Will man
mir das Leben nehmen. Musikalischer Höhepunkt der Kantate
ist schließlich Stephanus Flehen um Erlösung: Die Alt-Arie
Erlöse meine Seele, Immanuel (mit obligater Oboe) berührt
als Andachtsmusik unmittelbar und gewährt tiefen Einblick
in Gebels musikalische Welt. Sie offenbart seine außerordentlichen,
ihm zu Gebote stehenden kompositorischen Ausdrucksmöglichkeiten
ebenso, wie sie die ihm vorschwebenden klanglichen Farbwirkungen erahnen
lässt.
(Aus dem Vorwort von Manfred Fechner)
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